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"Run today for a better Nepal tomorrow"
Am 24. September hatte ich am 5. Kathmandumarathon teilgenommen. Mein Wecker war auf um 4 Uhr gestellt. Kurz vor dem Einschlafen hatte ich dann Schnupfen und Halsschmerzen, wer weiß warum. Am morgen musste dann auch noch leichter Durchfall dazukommen.
Alle Sachen fertig zusammengepackt, sollte es losgehen. Ich hatte am Abend davor vorbildlicher weise alles vorbereitet, die beiden Startnummern angebracht, ja hier ist es üblich, bzw. nötig auf der Vorder –sowie Rückseite eine Nummer zu tragen. Diese waren zusätzlich mit einer reflektierenden Schicht überzogen, aus dem Grund, dass man bei diesem hohem Verkehrsaufkommen gut gesehen wird.
Nein, es konnte doch noch nicht losgehen. Ich kam nicht durch die Treppenaufgangstür, sie war abgeschlossen, üblicherweise steckte der Schlüssel. Was nun? Ich hatte kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt, mich am Geländer nach unten zu hangeln. Lieber doch nicht, vom 3.Stock ausgehend hätte das ziemlich böse enden können.
Ich habe dann an der Zimmmertür meines Gastbruders geklopft, leider vergebens. Von dem ganzen Geklopfte ist aber die Nachbarin aus dem Geschoss darunter wach geworden. Sie war nicht einmal böse, nach dem ich ihr mein Vorhaben erkärt hatte, gab sie mir den Schlüssel.
Die 5km vom Haus meiner Gastfamilie in Patan zum Dashrath Stadion in Kathmundu habe ich mir für die Aufwärmung zu Nutze gemacht. Ich habe die Straßen noch nie so leer erlebt, es war ein tolles Gefühl, in der Mitte einer der Hauptverkehrsstraßen frei von Gehupte und natürlich von Verkehr laufen zu können.
Am Stadion angekommen haben mich die Leute komisch wegen meiner Kompressionssocken gemustert. Das kennt wohl hier noch keiner, wäre ja eine Marktlücke :p
Ich wurde sogar von einigen Nepalis gefragt, ob ich schon internationale Wettkämpfe gewonnen hätte. Mensch was die Socken so alles ausmachen können. Während der Wartezeit bis zum Start habe ich noch 2 Schweden kennengelernt, für einen von ihnen ist es schon der Marathon Nummer 93.
Gegen 5.30 Uhr erreichten dann auch schon Sajan, gefolgt von Prebin das Stadion. Beide wollten mich an diesem Tage mit Moped, Kamera, Wasser, Cola und natürlich kräftigen Anfeuerungsrufen begleiten.
Wie ich es schon gelernt habe kann man sich in Nepal nicht so richtig auf Zeiten verlassen. Der Marathon startete nicht 6.00 Uhr sondern erst 6.40 Uhr, bei einer Veranstaltung mit über 1000 wartenden Läufern ziemlich krass. Aber so ist das in Nepal, eigentlich so etwas nach meinem Geschmack.
Die ersten Kilometer konnte ich einen 15 km/h Schnitt halten, das sollte sich aber bald ändern. Die ersten Anstiege ließen nicht lange auf sich warten.
Infolgedessen konnten ich meine durchschnittliche Geschwindigkeit nur noch ganz knapp über 12 km/h halten. Die eigentlich nur kurzen Anstiege kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Es gab zwar auch Bergab Passagen, aber ich empfand es trotzdem nur so als ginge es unaufhörlich bergauf. Unterwegs haben mich dann meinen Kollegen mit Cola und Wasser versorgt, total lieb von beiden.
Nach Kilometer 10 standen dann übrigens noch 45 min auf der Uhr. Aber das sollte sich bald ändern.
Die New Road zog sich unendlich lang den Berg hinauf, als schiene sie nicht zu enden wollen. Noch 5km. Endlich eine Kurve, danach konnte es nur bergab gehen, leider Fehlanzeige, noch steiler bergauf als es je zuvor der Fall war. Ich befand mich etwas am Resignieren.Es sind dann noch mein Chef plus ein weiterer Kollege auf einem Moped dazugekommen und haben mir auf den letzten Kilometern Feuer unter dem Hintern gemacht.Die letzten beiden Kilometer wurden dann zunehmend flacher. Im Ziel wurde ich dann noch von Leonie empfangen, sie wäre schon fast weg gewesen, da sie mich ja nach „Deutscher Zeit“ erwartet hatte ich nicht nach der 40 Minuten späteren „Nepali Zeit“.
Die Ziellinie habe ich nach 22km in einer Zeit von 1:54 h als 29. überquert. Nach dem Zieleinlauf habe ich mich dann erschöpft zu Boden gelassen. Gleich standen auch schon meine Kollegen Drumherum und haben mich wie kleine Papparazzi abgelichtet. Alle haben sich super um mich gekümmert, es war total schön, meine Chef hat mir sogar seine Jacke angeboten, nicht das ich mich erkälte. Ein anderer wollte mich nach Hause bringen. Ich lehnte aber alles dankend ab.
„Run today for a better Nepal tomorrow“ Ein Teil der Einnahmen fließt in die Sportförderung junger nepalesischer Talente.
Weitere Bilder vom Kathmandu-Marathon finden Sie auf Sebastian's Homepage.










