
Unsere Laufveranstaltungen
"Von Luther zum Papst". Ein Staffellauf der besonderen Art
Die Idee dieses Projektes war es, Solidarität zwischen Sportlern zu üben und ein Zeichen der Völkerverständigung über Konfessionsgrenzen hinweg zu setzen. Die Form, in der dies geschah, war ein Lauf von Wittenberg nach Rom um den Hauptort des Protestantismus mit dem des Katholizismus zu verbinden. Die Vorbereitung dieses ehrgeizigen Vorhabens forderte von den Initiatoren Peter Junge, Lars Jörn Zimmer und Matthias Weise mehr als ein Jahr. Ziel war es, mit dem Lauf Geld für ein Hilfsprojekt einzuwerben, um Menschen in Kenia zu helfen, die von den Bürgerkriegsunruhen in 2007/2008 betroffen waren. In Rom angekommen würden die Spendenläufer das Geld während einer Audienz dem Papst übergeben.
Während einer Bewerbungsphase wurden 25 Läufer ausgewählt, die aus den unterschiedlichsten Leistungsbereichen des Laufsports stammten. Die ehemalige Marathonweltmeisterin und Weltrekordlerin Tegla Loroupe aus Kenia war die bekannteste unter den Teilnehmern. Mit dem ehemaligen polnischen Marathonmeister Jerzy Skarzinsky konnte ein weiterer Klasseläufer für das Vorhaben gewonnen werden. Selbstverständlich nahmen die seit Jahren eng dem Bitterfelder SV 2000 verbundenen Kenianer Ezekiel und Paul Thuo und Isaak Shang an dem Lauf teil. Teilnehmer wie der Ruderolympiasieger Andreas Hajek und der Profi-Schwergewichtsboxer Timo Hoffmann verschafften mit ihren Namen dem Lauf die nötige Wahrnehmung, die die Fernsehmoderatorin Kathrin Huß, die ebenfalls an dem Lauf teilnahm, medienwirksam umsetzte.
Am zweiten Pfingstfeiertag 2010 startete der Lauf gleichzeitig von Magdeburg und Torgau aus nach Wittenberg, dem ersten Etappenpunkt. In den folgenden weiteren vierzehn Etappen wurden über 1500 km zurückgelegt, wobei jeder Läufer Tagesleistungen von 12 bis 35 km erbrachte. War ursprünglich angedacht, dass jeweils zwei Teilnehmer eine der 10 – 18 km langen Abschnitte liefen, in die die Tagesetappen eingeteilt waren, zeigte sich bald, dass die Lauflust so groß und vor allem so ansteckend war, dass viele Abschnitte mit drei bis fünf Läufern bewältigt wurden.
Die sehr gute Vorplanung verschaffte den Läufern bei Ankunft in den Etappenorten Begleitung von örtlichen Läufergruppen, Empfänge von Bürgermeistern und Stadträten und Interviews durch Radio- und Fernsehteams. Die Herzlichkeit, die Anerkennung und zum Teil auch Bewunderung, die der Aktion entgegengebracht wurde hatte für alle Teilnehmer eine enorm stimulierende Wirkung, wurden doch von einigen Läufern Leistungen erbracht zu denen sie sich vor der Tour niemals in der Lage gesehen hätten. Leistungen die auch den langjährigen DLV Trainer Helmut Stechemesser, der als Betreuer mit von der Partie war, deutlichen Respekt zollte.
Die Strecke führte über Sachsen-Anhalt. Thüringen, Franken, Bayern, in die Alpen nach Tirol über den Reschenpass ins Etschtal in die Poebene, durch die Toskana über den Appenin und durch das Latium nach Rom.
Obwohl der Reiseverlauf weit davon entfernt war eine klassische Italienreise zu sein, waren Etappenziele oder -startpunkte wie der Walterplatz von Bozen, die Arena von Verona, der Domplatz von Modena oder der Marktplatz von Siena auch touristische Höhepunkte. Dass die Alpen bergig würden, war klar, auch die Überquerung des Appenin war eine sportliche Herausforderung, die vorauszuahnen war. Aber hatte auch nur einer der Teilnehmer eine Vorstellung davon, wie läuferisch anspruchsvoll die Toskana ist?
Durchweg herrschte stabiles Wetter, etwas Schnee und Frost in den Alpen, kleine Regenschauer und immer wieder viel Sonne! In einem Tag vom Schnee des Reschenpasses am Morgen durch die blühenden Apfelplantagen des Etschtales am Nachmittag. Eindrücke im Überfluss. Die vielen gemeinsamen Kilometer, die gemeinsam durchlaufenen Landschaften von zum Teil beeindruckender Schönheit schufen ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl. Dazu kam das Wissen darum, an einer großen und einmaligen, weil nicht wiederholbaren Sache teilzunehmen. Bei der Audienz am 21. April auf dem Petersplatz konnte eine Delegation der Gruppe dem Papst 10.000€ für das Hilfsprojekt übergeben.
Betreuungsteam:
Michael Aspe, Torsten Cebulla, Angelika Dhimertika, Andreas Hajek, Hans-Ulrich Idziaschek, Peter Junge, Stephan Naumann, Steven Pick, Hagen Prautzsch, Susanne Ropport, Dieter Rasym, Harry Reuter, Helmut Stechemesser, Christel Vogel, Matthias Weise, Lars-Jörn Zimmer
Begleitung in Deutschland:
Robert Hartmann und Fredy Schäfer
Läufer:
Roger Hessel, Marco Höhne, Timo Hoffmann, Uwe Holz, Katrin Huß, Tegla Loroupe, Jörg Lipka, Axel Manthey, Sybille Möllensiep, Adolf Mühlbauer, Erich Mühlbauer, Wolfgang Nadler, Michael Prantl, Katrin Schneider, Daniel Schröder, Isaak Shang, Jan Sittig, Jerzy Skarzynski, Wolfgang Tamm, Ezekiel Thuo, Paul Thuo, Matthias Vosseler, Stephan Wagner, Christoph Winkler, Sebastian Wolligandt, Eldar Zerkrist
